"Ich bin da mal raus. Ideen gegen den Optimierungswahn" von Andrea Gerk und Moni Port

Buchcover: "Ich bin da mal raus. Ideen gegen den Optimierungswahn" von Andrea Gerk und Moni Port

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"Ich bin da mal raus. Ideen gegen den Optimierungswahn" von Andrea Gerk und Moni Port

"Was wir brauchen sind ein paar verrückte Ideen, seht euch an, wohin uns die normalen gebracht haben." Wer hat diesen klugen Satz in diesen pandemischen Zeiten gesagt?

Keiner. Der Satz ist mindestens 150 Jahre alt und stammt von Georg Bernard Shaw, dem irischen Dramatiker und Satiriker. Er passt perfekt in diese schrägen Zeiten, deshalb steht er auch einem ungewöhnlichen Büchlein voran, das mal mit allem aufräumt, was man unbedingt tun sollte. Gesünder essen, Ordnung halten, pünktlich sein, früh aufstehen.

Die Welt folgt keinem Plan und wir müssen es auch nicht, schreiben die Autorinnen Andrea Gerk und Moni Port. Sie rühmen die kleinen Vergnügungen, die das Leben jeden Tag für uns bereithält und ihre Liste liest sich, als sei sie die Eintrittskarte zum Paradies. Bis mittags im Bett liegen, unpünktlich sein, essen, was einem schmeckt, grundlos schlecht gelaunt sein, sich in jemanden verlieben, der nicht zu einem passt. Die beiden Autorinnen haben nicht nur wahllos irgendwas zusammengetragen.

Sie haben ihren Vorschlägen gegen den Optimierungswahn kleine Geschichten mit historischen oder literarischen Bezügen hinzugefügt. Dabei kann man sich locker ein bisschen weiterbilden. Man kann, muss aber nicht. Müssen muss man im Leben gar nichts. Das ist die feine Lektion, die in dem Büchlein steckt.

Eine Rezension von Christine Westermann

Literaturangaben:
Andrea Gerk/Moni Port: Ich bin da mal raus. Ideen gegen den Optimierungswahn
Kein & Aber, 188 Seiten, 15 Euro

Stand: 25.03.2021, 23:58