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"Hotel Provencal" von Lutz Hachmeister

Buchcover: "Hotel Provencal" von Lutz Hachmeister

Letzte Lesefrucht

"Hotel Provencal" von Lutz Hachmeister

Es war einmal eines der schönsten und berühmtesten Hotels an der Cote d‘ Azur: Das Hotel Provencal. Wie vergänglich Schönheit und Ruhm sein können, das dokumentiert dieses Sachbuch auf beeindruckende Weise.

Das Prestigeprojekt des amerikanischen Mulitmillionärs Frank Jay Gould stand in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts für Glitzer und Glamour, für Reichtum und Verruchtheit, für Eleganz und Exzentrik.

Heute sieht es aus wie ein im Pinienwald gestrandeter Ozeandampfer. Verlassen und verrottet. Seit 44 Jahren vergammelt der einstige Palast am Strand der französischen Riviera. Die Titanic unter den Luxushotels. Keinen scheint es zu interessieren.

Doch einen: Lutz Hachmeister, den Autor des Buches, der auch einen Film über das Provencal gedreht hat. Es ist kein beschwingtes, leichtes Sachbuch, Lutz Hachmeister hat eine Kulturgeschichte geschrieben, fast schon eine Doktorarbeit. Allein der Anhang und das Literaturverzeichnis nehmen am Ende fast 35 Seiten ein.

Kein Buch, das man mal so nebenbei lesen kann. Eher eines, das auf dem Nachttisch liegt. In das man immer mal wieder reinliest und anschließend hoffentlich von einer Nacht im Provencal träumt, damals, als es noch luxuriös und prachtvoll war.

Eine Rezension von Christine Westermann

Literaturangaben:
Lutz Hachmeister: Hotel Provencale
C. Bertelsmann, 349 Seiten, 22 Euro

Stand: 28.05.2021, 16:36