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"Graue Bienen" von Andrej Kurkow

Buchcover: "Graue Bienen" von Andrej Kurkow

Lesefrüchte

"Graue Bienen" von Andrej Kurkow

Melancholie und Menschlichkeit. In "Graue Bienen" erzählt der ukrainische Schriftsteller Andrej Kurkow von einem Imker, der versucht sein Leben und das seiner Bienenvölker vor dem Krieg zu retten.

Seit 2014 ist Krieg im Osten der Ukraine. Ukrainische Milizen kämpfen gegen prorussische Separatisten. Zwischen den Frontlinien liegt ein kleines Dorf, die Menschen sind geflüchtet oder umgekommen.

Nur zwei Männer leben hier noch. Einer von ihnen ist Sergej. Ohne Strom und mt wenig Essen versucht er sich und seine sechs Bienenvölker durchzubringen, obwohl immer wieder Geschosse im Dorf einschlagen. Schließlich verlässt er das Dorf, in der Hoffnung, dem Krieg zu entfliehen. Mit seinen sechs Bienenkästen reist er durch das Land, wird aber überall vom Krieg eingeholt. Doch er führt seinen Überlebenskampf im Einklang mit seinen Bienen. Er schläft auf den Bienenstöcken, träumt bei ihrem Summen von einem besseren Leben, einem Leben vor und nach dem Krieg.

In "Graue Bienen" schafft Andrej Kurkow eine melancholische Stimmung des Erzählens, ganz ohne Pathos. Der Roman ist ein Plädoyer für die Menschlichkeit in Zeiten des Krieges.

Eine Rezension von Terry Albrecht

Literaturangaben:
Andrej Kurkow: Graue Bienen
Aus dem Russischen von Johanna Marx und Sabine Grebing
Diogenes Verlag, 445 Seiten, 24 Euro

Stand: 07.08.2019, 14:01