"Es ist Sarah" von Pauline Delabroy-Allard

Buchcover: "Es ist Sarah" von Pauline Delabroy-Allard

Lesefrüchte

"Es ist Sarah" von Pauline Delabroy-Allard

Eine Frau lebt in geordneten Verhältnissen. Sie ist Lehrerin, Mutter und ihren Eltern eine gute Tochter. Alles läuft beschaulich, bis Sarah in das Leben der Ich-Erzählerin tritt.

In ihrem Debütroman "Es ist Sarah" erzählt Pauline Delabroy-Allard von einer großen Liebe zwischen zwei Frauen. Die Ich-Erzählerin lernt die kapriziöse Sarah an einem Silvesterabend in Paris kennen. Sarah ist Violinistin und tourt mit ihrem Streichquartett um die Welt. Jede freie Minute nutzen die beiden Frauen, um sich sehen. Die Erzählerin reist ihrer Geliebte hinterher oder wartet sehnsüchtig auf deren Rückkehr.

Doch diese Liebessehnsucht hat auch etwas Destruktives und Manisches. Sarah hat auch eine zerstörerische Seite an sich. Irgendwann beginnt die Erzählerin, unter der Beziehung zu leiden. Doch verlassen kann sie Sarah auch nicht. Die Liebe zwischen beiden ist zu groß. Erst ein Schicksalsschlag verändert Alles.

In ihrem Heimatland Frankreich wurde Pauline Delabroy- Allards "Es ist Sarah" als literarische Sensation gefeiert. Und das ist der Roman in der Tat. Die Geschichte der zwei Frauen wird berührend und sprachlich derart dicht erzählt, dass daraus ein rhythmischer Sog entsteht. Der Roman funktioniert wie ein klassisches Musikstück, dass unterschiedlichen Tempi unterliegt und dass in einer Getragenheit endet, die die Erzählerin umhüllt.

Eine Rezension von Claudia Cosmo

Literaturangaben:
Pauline Delabroy- Allard: Es ist Sarah
Aus dem Französischen von Sina de Malafosse
Frankfurter Verlagsanstalt, 192 Seiten, 22 Euro

Stand: 13.09.2019, 12:30