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"Erinnerungen aus dem Warschauer Aufstand" von Miron Białoszewski

Buchcover: "Erinnerungen aus dem Warschauer Aufstand" von Miron Białoszewski

Lesefrüchte

"Erinnerungen aus dem Warschauer Aufstand" von Miron Białoszewski

Der Aufstand der Warschauer im Spätsommer 1944 war die größte Erhebung gegen die deutsche Besatzungsmacht im Zweiten Weltkrieg. Und die tragischste. Der polnische Lyriker Miron Białoszewski hat ihr ein ergreifendes Erinnerungsbuch gewidmet.

Der polnische Nationalstolz gründet heute auf den heroischen Aufstand ihrer "Heimatarmee" gegen den weit überlegenen Feind. Im Erinnerungsbuch des in Warschau geborenen Białoszewski findet sich allerdings keine einzige Zeile, aus der Heroismus oder Pathos spricht.

Es ist das Erinnerungsbuch eines Augenzeugen, eines Zivilisten, der den 63 Tage dauernden, schweren Dauerbeschuss der Deutschen in den Kellern und dann in den Trümmern der polnischen Metropole überlebte. Die Erfahrungen, die der damals 22-jährige dabei machten, erschütterten ihn so, dass er zwanzig Jahre brauchte, bis er sie – 1970 – niederschrieb.

Jetzt ist das damals von der polnische Zensur gekürzte Buch in seiner vollständigen Fassung neu erschienen und erweist sich als ein literarisches Meisterwerk.

Eine Rezension von Peter Meisenberg

Literaturangaben:
Miron Białoszewski: Erinnerungen aus dem Warschauer Aufstand
Aus dem Polnischen und mit einem Nachwort von Esther Kinsky
Bibliothek Suhrkamp 1508, 344 Seiten, 26 Euro

Stand: 06.12.2019, 13:59