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"Die Lehren des Schuldirektors George Harpole" von J.L. Carr

Buchcover: "Die Lehren des Schuldirektors George Harpole" von Joseph Lloy Carr

Lesefrüchte

"Die Lehren des Schuldirektors George Harpole" von J.L. Carr

Der "Harpole-Report", wie dieser Klassiker über das englische Schulwesen im Original heißt, versammelt eine Reihe kleiner kurioser Anekdoten aus dem Schulalltag des George Harpole.

Dabei ist Harpole eigentlich nur vertretungshalber auf den Posten des Direktors gerutscht. Sein Chef hat sich auf eine längere Urlaubsreise begeben und ihn gebeten, die Grundschule St. Nicholas in Tampling, einer fiktiven englischen Kleinstadt, für einige Wochen zu übernehmen. Harpole fühlt sich kurzer Hand aus dem Kreis seiner Kollegen zum Direktor erhoben, was ihm seine Aufgabe nicht gerade leichter macht. Er beginnt eine Reihe von Neuerungen einzuführen, denn schließlich machen Chefs das für gewöhnlich.

Zum einen möchte er, dass künftig allmorgendlich die britische Flagge gehisst wird, und zum anderen, dass die körperliche Züchtigung der Kinder ein Ende findet. Seine Ideen, ob eher konservativ oder progressiv treffen ständig auf Gegenwehr von Seiten seines kleinen nur fünfköpfigen Kollegiums, von denen die Meisten einfach nur wollen, das alles so bleibt, wie es ist.

Joseph Carr hat ein Panoptikum der Schule geschaffen, wie es sie Mitte des letzten Jahrhunderts in England gegeben hat, das aber erstaunlich aktuell und heutig wirkt - amüsant und leicht erzählt.

Eine Rezension von Katja Lückert

Literaturangaben:
J.L. Carr: Die Lehren des Schuldirektors George Harpole
Aus dem Englischen von Monika Köpfer
DuMont Buchverlag, 288 Seiten, 20 Euro

Stand: 11.10.2019, 13:55