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"Die Himmelskugel" von Olli Jalonen

Buchcover:  "Die Himmelskugel" von Olli Jalonen

Markus Brügge empfiehlt

"Die Himmelskugel" von Olli Jalonen

Der finnische Autor Olli Jalonen lässt in seinem Roman "Die Himmelskugel" so einiges zusammenkommen: Nicht nur den weltberühmten Astronomen Edmond Halley und einen kleinen Jungen.

Es treffen auch wissenschaftliche Aufklärung und Glaube, kolonialistischer Hochmut und kindliche Naivität aufeinander. Das Kraftzentrum des Buchs aber bleibt durch alle Wirren und Hindernisse der kleine Angus. Als Siebenjähriger ist er Halley begegnet und seitdem von der Mission erfüllt, in dessen Geiste Naturforscher zu werden. Dieses Ziel verfolgt er mit Mut und eisernem Willen.

Der Roman singt aber kein Loblied auf Bildung und Aufklärung. Jalonen zeigt – oft nur an Kleinigkeiten – die Eigeninteressen der vorgeblich so edlen Aufklärer, er zeigt Machtgier und religiösen Wahn, beschrieben aus der Sicht eines Kindes und dadurch oft noch klarer und bedrückender.

Ein lesenswertes Buch für alle, die Wissenschaftsgeschichte interessiert; aber auch für alle, die in eine fremde Zeit, einen fremden Ort und ein fremdes Leben eintauchen wollen.

Eine Rezension von Markus Brügge

Literaturangaben:
Olli Jalonen: Die Himmelskugel
Aus dem Finnischen von Stefan Moster
Mare Verlag, 544 Seiten, 26 Euro

Stand: 02.07.2021, 16:26