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"Der Stadtschreiber von Kalkutta" von Josef Winkler

Buchcover: "Der Stadtschreiber von Kalkutta" von Josef Winkler

Lesefrüchte

"Der Stadtschreiber von Kalkutta" von Josef Winkler

Der Dichter Josef Winkler streift durch die Gassen und Straßen Kalkuttas und betritt eine Welt, die dem vollkaskoversicherten Westeuropäer als schmutzig, bunt, exotisch, abgründig und zugleich faszinierend erscheinen muss.

Wer eine Schwäche für esoterische Indien-Verklärung hat, wird bei der Lektüre von Josef Winklers bengalischen "Natura-Morta"-Notaten nicht auf seine Kosten kommen. Winklers Schreiben kreist auch in diesem, knapp 100 Seiten schmalen Band in detailverliebter Obsessivität um das Thema Tod und Sterben.

Der Dichter besucht die Einäscherungsstätten am Ufer des Flusses Hooghli und wohnt der blutigen Opferung Dutzender Zicklein für die Todesgöttin Kali bei: ein poetischer Höllentrip.

Eine Rezension von Günter Kaindlstorfer

Literaturangaben:
Josef Winkler: Der Stadtschreiber von Kalkutta
Suhrkamp Verlag, 105 Seiten, 14 Euro

Stand: 10.01.2020, 13:51