"Der siebte Sinn ist der Schlaf" von Wilma Stockenström

Buchcover: "Der siebte Sinn ist der Schlaf" von Wilma Stockenström

Lesefrüchte

"Der siebte Sinn ist der Schlaf" von Wilma Stockenström

Der bereits 1983 von John M. Coetzee vom Afrikaans ins Englische übersetzte, danach aber fast vergessene Roman führt auf eine magische Reise ins Innere Afrikas.

Die Ich-Erzählerin der bei uns weitgehend unbekannt gebliebenen, in ihrer Heimat Südafrika aber viel gelesenen, 1933 am Kap geborenen Schriftstellerin Wilma Stockenström ist eine entlaufene Sklavin.

Nach einem langen Leben im Besitz verschiedener Herren ist sie geflohen und hat sich in der Steppe ins Innere eines riesigen Baumes, eines Baobabs, zurückgezogen. Dort versorgt sie sich selbst aus der Natur und wird dabei von den "kleinen Menschen", dem Volk der südafrikanischen San, unterstützt. Die Tage verbringt sie schlafend und träumend im Baum.

Ihre Tagträume und Gedankenreisen zurück in ihre Vergangenheit als Sklavin sind der Inhalt dieses wunderbar poetischen und magischen Romans, in dem die chronologische Zeit ebenso aufgehoben scheint wie der Unterschied zwischen realer und imaginierter Wirklichkeit.

Eine Rezension von Peter Meisenberg

Literaturangaben:
Wilma Stockenström: Der siebte Sinn ist der Schlaf
Aus der englischen Fassung von J. M. Coetzee übertragen von Renate Stendhal
Wagenbach Oktavheft, 160 Seiten, 18 Euro

Stand: 31.01.2020, 13:30