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Buchcover: "Der letzte Sommer in der Stadt" von Gianfranco Calligarich

Lesefrüchte

"Der letzte Sommer in der Stadt" von Gianfranco Calligarich

Stand: 01.04.2022, 15:09 Uhr

Es ist ein großes Glück, dass Gianfranco Calligarichs lange vergessener Roman jetzt neu aufgelegt und ins Deutsche übersetzt wurde. Elegant beschwört er die melancholische Stimmung des Roms von "La Dolce Vita" wieder herauf.

In der Literatur gibt es das merkwürdige Phänomen der Ein-Buch-Autoren: Einmal in ihrem Leben gelang ihnen ein bahnbrechender Erfolg, - und danach verstummten sie oder man hat nie mehr etwas von ihnen gehört. Gianfranco Calligarich, 1947 geboren, scheint zu dieser Sorte Autor zu gehören.

Sein Roman "Der letzte Sommer in der Stadt" erschiekn 1973 zum ersten Mal und war er ein großer Erfolg. Er verschwand dann aber auf unerklärliche Weise aus den Buchhandlungen. Das wiederholte sich im Jahr 2012.

Und jetzt, beim dritten Erscheinen, muss man hoffen, dass er noch viele Leser findet. Denn betörender kann niemand die dekadente Stimmung der "Ewigen Stadt" und das traurige Schicksal ihrer zu ewiger Melancholie verurteilten Bewohner schildern als Calligarich.

Eine Rezension von Peter Meisenberg

Literaturangaben:
Gianfranco Calligarich: Der letzte Sommer in der Stadt
Aus dem Italienischen von Karin Krieger
Zsolnay Verlag, 2022
208 Seiten, 22 Euro