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"Der Krieg der Armen" von Éric Vuillard

Buchcover: "Der Krieg der Armen" von Eric Vuillard

Lesefrüchte

"Der Krieg der Armen" von Éric Vuillard

Dürfen die Armen sich ihre Rechte erkämpfen, - notfalls mit Gewalt? Mit der revolutionären Theologie des Reformators Thomas Müntzer beantwort Éric Vuillard diese Frage mit einem eindeutigen Ja.

Um die Frage der Rechtmäßigkeit auch gewaltsamer Aktionen zur Erkämpfung von Gerechtigkeit zu beantworten, greift der französische Schriftsteller Éric Vuillard auf den 500 Jahre zurückliegenden Deutschen Bauernkrieg zurück. Die Bauern, aber auch die Handwerker der Städte erheben sich gegen die unerträglich drückenden Lasten, die Kirche und Adel ihnen auferlegt. Den Griff zur Waffe rechtfertigten sie damit, der Gerechtigkeit Gottes zur Wirkung zur verhelfen. Deshalb treten jetzt revolutionäre Theologen wie Thomas Müntzer auf den Plan.

Eingebettet in die Schilderung der Erhebungen, Feldzüge und Schlachten des Bauernkrieges in Thüringen widmet Vuillard dem Reformator ein fulminantes, sprachgewaltiges Porträt.

Eine Rezension von Peter Meisenberg

Literaturangaben:
Éric Vuillard: Der Krieg der Armen
Aus dem Französischen von Nicola Denis
Matthes & Seitz Berlin, 68 Seiten. 16 Euro

Stand: 13.03.2020, 12:51