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"Der eiserne Gustav" von Hans Fallada

Buchcover: "Der eiserne Gustav" von Hans Fallada

Lesefrüchte

"Der eiserne Gustav" von Hans Fallada

Erstmals erscheint Hans Falladas 1938 veröffentlichter Roman in einer Fassung, die der Absicht des Autors nahe kommt.

1937 gab die TOBIS-Film bei dem seit dem Welterfolg "Kleiner Mann was nun?" weltberühmten Autor Hans Fallada einen Roman über den Berliner Pferdekutscher Gustav Hartmann in Auftrag, der 1928 von Berlin nach Paris und wieder zurück nach Paris gefahren war. Das Buch sollte zur Vorlage für einen großen Film mit Emil Jannings in der Hauptrolle werden.

Doch was Fallada aus dem Stoff machte, gefiel den Nazis ganz und gar nicht. Goebbels zwang den Autor zu einer Fassung mit "positivem" Nazi-Schluss. Aber auch diese Fassung fiel durch, der Film wurde abgesagt, der 1938 erschienene Roman wurde ein Misserfolg. Eine Neuauflage in der DDR, vom Aufbau-Verlag betreut, verstümmelte das Werk im Sinne sozialistischer Propaganda.

Da das Originalmanuskript verschollen ist, hat die irische Fallada-Forscherin Jenny Williams jetzt – im Auftrag wiederum des Aufbau-Verlags - den Roman von allen Nazi- und DDR-Spuren befreit. Herausgekommen ist ein tief bewegender, großartiger Gesellschafts- und Familienroman.

Eine Rezension von Peter Meisenberg

Literaturangaben:
Hans Fallada: Der eiserne Gustav. Roman. Urfassung
Herausgegeben und mit einem Nachwort von Jenny William
Aufbau Verlag, 831 Seiten, 26 Euro

Stand: 03.01.2020, 14:14