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"Brüste und Eier" von Mieko Kawakami

Buchcover: "Brüste und Eier" von Mieko Kawakami

Lesefrüchte

"Brüste und Eier" von Mieko Kawakami

Natsuko ist Schriftstellerin und lebt in Tokyo. Sie bekommt Besuch von ihrer älteren Schwester und deren zwölfjähriger Tochter. Die einsetzende Pubertät bei der einen und das Hadern mit dem alternden Körper bei der Mutter sorgen für Spannungen.

Während Natsuko ihre Heimatstadt Osaka verlassen hat, ist ihre Schwester Makiko dort geblieben und lebt ein Leben, wie es schon ihre Mutter geführt hat: sie ist alleinerziehend und arbeitet als Hostess in einer Bar. Auch wenn die Schwestern sich sehr unterschiedlich entwickelt haben, ist ihre Beziehung eng. Sie sprechen über Schönheitsideale von Frauen, die Pubertät, die konservative japanische Männer-Gesellschaft oder über künstliche Befruchtung. Auch die gemeinsame, tabuisierte Herkunft aus prekären Verhältnissen – in einem Land, in dem sich einst 90 Prozent zur Mittelschicht zählten - spielt eine wichtige Rolle.

"Brüste und Eier" ist ein Roman, der sich inneren und äußeren Konflikten von Frauen in der sich wandelnden japanischen Gesellschaft annimmt. Dabei kommt der Leser der Protagonistin Natsuko sehr nahe und erhält viele, auch intime Details aus ihrem Alltag. Und auch, wenn der umgangssprachliche Ton an einigen Stellen irritiert, ist der Roman eine echte Empfehlung für alle, die sich für das heutige Japan und insbesondere die Rolle der Frau darin interessieren.

Rezension von Barbara Geschwinde

Literaturangaben:
Mieko Kawakami: Brüste und Eier
Aus dem Japanischen von Katja Busson
DuMont Buchverlag, 496 Seiten, 24 Euro

Stand: 21.08.2020, 13:39