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"Bakhita" von Véronique Olmi

Buchcover: "Bakhita" von Véronique Olmi

Lesefrüchte

"Bakhita" von Véronique Olmi

Véronique Olmis neuer Roman basiert auf der Geschichte der sudanesisch-italienischen Nonne "Madre Moretta", die 1995 von Papst Paul II. zur Schutzheiligen des Sudan ernannt und im Jahr 2000 heilig gesprochen wurde.

Die Moretta, die Mohrin, kommt nach jahrelangem Martyrium als Sklavin im Sudan durch eine Fügung in ein italienisches Dorf. Doch auch dort ist die Sechzehnjährige nicht sicher: Kinder werfen mit Steinen nach ihr, Alte halten sie für den Teufel, weil sie zum ersten Mal im Leben eine Schwarze sehen. Ein Katholik bringt sie in ein Kloster in Sicherheit. Der gekreuzigte Jesus wird Bakhita zum Halt: Für sie ist auch er ein Sklave, nur weiß. Sie ist Mitte 20, als sie das ewige Gelübde ablegt.

Eine Lehrerin schreibt in den 1930er Jahren ihre Geschichte auf. Dieser Text dient Véronique Olmi als Grundlage für ihren Roman: ein großes, vielschichtiges, politisches Werk über die letzten Jahre des Sklavenhandels, die italienischen Rassegesetze unter Mussolini – und die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, in der die Vorurteile gegen eine schwarze, misshandelte, geflüchtete Frau weiter bestehen bleiben.

Eine Rezension von Andrea Lieblang

Literaturangaben:
Véronique Olmi: Bakhita
Aus dem Französischen von Claudia Steinitz
Hoffmann & Campe, 416 Seiten, 25 Euro

Stand: 31.01.2020, 13:39