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"Auf dem Seil" von Terézia Mora

Buchcover: "Auf dem Seil" von Terézia Mora

Lesefrüchte

"Auf dem Seil" von Terézia Mora

Im dritten Teil der Roman-Trilogie erweist sich Terézia Moras Antiheld Darius Kopp als Mann ohne Eigenschaften des 21. Jahrhunderts, der sogar auf einem Seil schlafen könnte.

Dass ein Mann wie der IT-Fachmann Darius Kopp, der vor kurzem seine Frau durch Suizid verloren hat und nun endlich, nach dreijähriger Irrfahrt durch Osteuropa ihre Asche auf dem Ätna verstreut, davon spricht, nichts anderes als glücklich zu sein, überrascht. Dieser Satz steht gleich zu Beginn des Romans "Auf dem Seil".

Es ist der abschließende Teil der Romantrilogie um den Antihelden Darius Kopp, den Terézia Mora bereits zuvor in den Romanen "Der einzige Mann auf dem Kontinent" (2009) und "Das Ungeheuer" (2013) in den Mittelpunkt ihres Erzählens gestellt hat.

Darius Kopp scheint sich in Sizilien eingerichtet zu haben. Da taucht seine Nichte auf. Gemeinsam mit ihr kehrt er nach Berlin zurück. Ohne Job und Wohnung lebt er dort das Leben eines Nomaden. Es gibt aber auch kleine Momente des Glücks in Kopps Alltag, der von Unsicherheiten bestimmt ist.

Terézia Mora leuchtet in "Auf dem Seil" das prekäre soziale Milieu der Großstadt Berlin aus und Darius Kopp ist die zugleich distanzierte und doch anrührende Figur im Zentrum der Geschichte.

Eine Rezension von Terry Albrecht

Literaturangaben:
Terézia Mora: Auf dem Seil
Luchterhand Verlag, 368 Seiten, 24 Euro

Stand: 13.09.2019, 10:39