"1981" von Eloísa Díaz

Buchcover: "1981" von Eloísa Díaz

"1981" von Eloísa Díaz

Buenos Aires steht Kopf: Die Bürger ziehen gegen den Präsidenten auf die Straße. Und dann verschwindet auch noch eine reiche junge Frau. Dabei hasst Inspektor Alzada Vermisstenfälle, seit 1981 sein Bruder verschwand.

Inspektor Joaquín ist eigentlich für Diebstähle zuständig, doch Buenos Aires steht Kopf. Aufgrund der Wirtschaftskrise kommt es zu Demonstrationen und Plünderungen. Da muss er wohl oder übel den Fall der vermissten Frau übernehmen. Auch wenn ihn das immer wieder an die Militärdiktatur erinnert und daran, wie er damals seinen Bruder suchte.

Während der Ermittlungen des aktuellen Falles analysiert Alzada in seinem Kopf dann auch noch einmal, was 1981 geschah. Sein Bruder und seine Frau wurden wie tausende von Menschen damals bei Nacht und Nebel aus ihrer Wohnung gezerrt. Bei der Suche nach ihnen stand der Inspektor schnell vor einem furchtbaren Dilemma: Sollte er die Hilfe von Kollegen in Anspruch nehmen, die mit den Militärs kollaborierten oder den Bruder seinem Schicksal überlassen?

Am Beispiel von Alzadas Bruder schildert "1981" grausam realitätsnah und spannend, wie gnadenlos die argentinischen Militärs mit Oppositionellen umgingen. Und wie sich der Inspektor bei seiner Suche veränderte. Doch das Erbe der Diktatur setzt sich bis heute fort, das bekommt Alzada bei seinem neuen Fall deutlich zu spüren. Ein grandioser Krimi über die Nachwirkungen einer Diktatur.

Eine Rezension von Eva Karnofsky

Literaturangaben:
Eloísa Díaz: 1981
Aus dem Englischen von Mayela Gerhardt
Hoffmann und Campe, 320 Seiten, 23 Euro

Stand: 08.08.2021, 16:53