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"Trattoria Mortale - Die tote Diva" von Luca Fontanella

Buchcover: "Trattoria Mortale - Die tote Diva" von Luca Fontanella

Krimicheck

"Trattoria Mortale - Die tote Diva" von Luca Fontanella

Im beschaulichen Städtchen Volterra soll eine zeitgenössische Version der "Elektra" aufgeführt werden, doch die berühmte Schauspielerin Stella Aurora wird tot aufgefunden. In seinem ersten Fall muss Sergio Panda ausgerechnet gegen seinen Vater ermitteln

Volterra ist von jeher berühmt für sein römisches Theater und seine Alabasterwerkstätten. Wie in Siena wird dort jedes Jahr ein Palio veranstaltet, allerdings ohne Pferde, sondern als ein Tauziehen von Menschen in mittelalterlichen Kostümen. Die ehemalige Starschauspielerin Stella Aurora kommt eines Tages in die Stadt zurück, um mit dem Regisseur Felice Lontani ein Stück fürs Sommertheater aufzuführen: "Die blinde Sängerin im Theater des Schweigens" ist eine moderne Version der Elektra.

Doch schon am nächsten Tag wird die Diva am alten Theater tot aufgefunden. Ganz offenbar hatte sie in ihrer Jugend einigen Männern den Kopf verdreht, so etwa dem Steinmetz und Bildhauer Massimo Cini, aber auch dem Besitzer der Trattoria mortale, Angelo Panda.

Sein Sohn, Sergio Panda, der Ortspolizist, sieht sich nun gezwungen, Beweise für die Unschuld seines Vaters zusammen zu tragen. Das passt ihm gar nicht in den Kram, weil er eigentlich vorhatte, seine etwas komplizierte Liebesbeziehung mit der schönen Linienbusfahrerin Giulia in Ordnung zu bringen. Soweit die Konfliktlage.

Doch dann schaukelt dieser Krimi ziemlich gemütlich vor sich hin. Man kann sich an den Beschreibungen von traditionellem toskanischem Essen und interessanten Details aus der etruskisch-römischen Geschichte Volterras erfreuen, bloß in der Sache geht es wirklich tödlich langsam und abschweifend voran.

Die Gäste der Trattoria Mortale möchten auf Stockfisch und "Fagioli all’uccelletto" nicht verzichten, weshalb sie Angelos Unschuld beweisen und den wahren Täter entlarven wollen. Dafür suchen sie natürlich die ganz große Theaterbühne. Ein Feel-Good-Krimi, aber spannungsarm.

Eine Rezension von Katja Lückert

Literaturangaben:
Luca Fontanella: Trattoria Mortale - Die tote Diva
Verlag Goldmann, 448 Seiten, 10 Euro

Stand: 23.07.2021, 12:47