"Totenweg" von Romy Fölck

Buchcover: "Totenweg" von Romy Fölck

Krimicheck

"Totenweg" von Romy Fölck

"Totenweg" von Romy Fölck ist der Auftakt zu einer neuen Serie. Es ermitteln: Eine junge Polizistin mit krimineller Vergangenheit und ein alter Kommissar kurz vor der Pensionierung. Gute Krimi-Unterhaltung vor der reizvollen Kulisse der Elbmarsch bei Hamburg.

Ein Dorf in der Elbmarsch bei Hamburg. Es ist Herbst, es ist neblig, die ersten Stürme ziehen auf. Der "Totenweg" hieß schon so, bevor hier vor fast 20 Jahren eine Tote gefunden wurde. Die 13-jährige Marit lag im alten Viehstall, erwürgt. Ihre beste Freundin Frida fand sie damals. Frida glaubt, den Mörder zu kennen, hat ihn aber nie verraten. Jetzt absolviert sie die Polizeiakademie in Hamburg, kehrt aber widerwillig auf den elterlichen Hof zurück. Denn ihr Vater ist beinahe totgeschlagen worden. Auch Kommissar Bjarne Haverkorn, der schon damals ermittelte, ist wieder da. Dass Frida ihm etwas verheimlicht, hat er immer gewusst – aber nicht, warum.

Romy Fölck verbindet in ihrem mit fast 400 Seiten starken Kriminalroman einen alten Fall mit neuen unheimlichen und rätselhaften Vorfällen, und die Welt der modernen Polizeiarbeit mit der reizvollen Atmosphäre der Apfelhöfe in der Elbmarsch, wo die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Eine spannende Kombination, und sehr gut geplottet ist das Ganze auch. Ihre Charaktere stattet sie mit facettenreichen Hintergrundgeschichtenaus, die sie nur nach und nach aufblättert. Bravo, so machen das die Könnerinnen aus Großbritannien und den USA auch.

Leichte Schwächen im Dialog verzeiht man da gern. Bisschen weniger Melodram am Ende wäre besser gewesen, aber geschenkt! Mit "Totenweg" ist Romy Fölck richtig gute Krimi-Unterhaltung gelungen. Nicht mehr, aber ganz sicher auch nicht weniger.

Eine Rezension von Antje Deistler

Literaturangaben:
Romy Fölck: Totenweg
Lübbe Verlag, 380 Seiten, 20 Euro

Stand: 01.03.2018, 12:32