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"Toskanisches Vermächtnis" von Camilla Trinchieri

Buchcover: "Toskanisches Vermächtnis" von Camilla Trinchieri

Krimicheck

"Toskanisches Vermächtnis" von Camilla Trinchieri

Pasta, Involtini und Pappa al Pomodoro. Im Restaurant von Tilde gibt es all diese Köstlichkeiten zu probieren. Gravigna, ein friedliches Örtchen im Chianti wird von einem brutalen Mord erschüttert. Die lokale Polizei bekommt sogar Hilfe von einem Ex-Cop der New Yorker Polizei.

Auf die Familie kommt es an. Das weiß auch Nico, ein ehemaliger Polizist aus New York, der nach dem Tod seiner Frau Rita zu deren italienischer Familie nach Gravigna ins Chianti Gebiet gezogen ist. Hier findet er ausreichend Beschäftigung und Zerstreuung.

Er hilft Tilde, die im Restaurant: "Sotto Il Fico" in der Küche steht und ihrer Tochter Stella, die dort serviert. Gerade als er mal wieder dabei ist, Rezepte für das Restaurant auszuprobieren, schallt ein Schuss durch das ruhige Tal. Als Nico beim Tatort ankommt, findet er eine Leiche, deren Gesicht durch eine Schrotflinte bis zur Unkenntlichkeit zerstört wurde.

Geschickter Schachzug der Autorin, denn es dauert eine ganze Weile, bis Kommissar Salvatore Perillo und sein Team herausgefunden haben, dass es sich um einen Amerikaner, aber eigentlich um einen ehemaligen Dorfbewohner handelt, der als junger Mann den Mädchen in Gravigna hinterherstieg. Dass Rache in Liebeshändeln ein Motiv sein könnte, ist schon ziemlich früh klar.

Doch dann findet ein junger Mann blutverschmierte Geldscheine im örtlichen Supermarkt, die erbgierige Schwester des Toten sowie ein ständig aus Dantes Divina Commedia zitierender Eigenbrötler betreten auch noch die Bühne dieser Kleinstadt. Perillo bittet den Amerikaner Nico um Hilfe bei der Lösung des Falles. Und dieser gerät in einen Loyalitätskonflikt, als sich herausstellt, dass auch die Frauen seiner italienischen Familie mit der Sache zu tun haben.

Ein Krimi mit genau der richtigen Portion Spannung, dass einem beim Nachkochen der toskanischen Brotsuppe "Pappa al Pomodoro", nicht der Appetit vergeht. Viel Toskana Insider-Flair und ein bisschen Amore inklusive.

Eine Rezension von Katja Lückert

Literaturangaben:
Camilla Trinchieri: Toskanisches Vermächtnis
Aus dem amerikanischen Englisch von Sabine Hedinger
Suhrkamp /Insel Taschenbuch, 350 Seiten, 10 Euro

Stand: 19.02.2021, 13:49