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"Spiele der Macht" von Jorge Zepeda Patterson

Buchcover: "Spiele der Macht" von Jorge Zepeda Patterson

Krimicheck

"Spiele der Macht" von Jorge Zepeda Patterson

Bei einem Attentat auf der Buchmesse von Guadalajara kommt es zu einem Blutbad. Galt es einem der Anwärter auf das mexikanische Präsidentenamt? Auch ein Tennisstar wird in den brutalen Kampf um die Macht verstrickt.

Zeitungsverlegerin Claudia Franco wird bei dem Attentat schwer verletzt und ihr Cousin Sergio, der gerade die US-Open gewonnen hat, entging nur knapp einem Mordanschlag. Sergio ist mit dem amtierenden Präsidenten und einem der drei Kandidaten für dessen Nachfolge befreundet.

Claudias Liebhaber und Chefredakteur Tomás traut den Behörden nicht, darum bittet er seine in Mexikos politischer Kaste bestens vernetzten alten Schulfreunde, ihm bei der Suche nach den Schuldigen zu helfen. Eine Spur führt zu ehemaligen US-Marines, und mexikanische Militärs könnten ebenfalls ihre Finger im Spiel haben.

Der Mexikaner Jorge Zepeda Patterson hat als Journalist viele Jahre hinter die Kulissen der großen Politik geschaut. So kommt sein Roman "Spiele der Macht" über die Kür eines mexikanischen Präsidentschaftskandidaten entsprechend glaubwürdig daher und seine Charaktere sind authentisch gezeichnet.

Politische Morde sind fast schon trauriger Alltag in Mexiko, der Rechtsstaat ist weitgehend ausgehebelt und die Gewalt macht vor nichts mehr Halt. Ein ideales Ambiente für einen Thriller. Schnell stehen Tomás und seine Freunde - und mit ihnen die Leserschaft - vor der Frage, wie weit Selbstjustiz in einem maroden System gehen darf und ob das Verhindern eines möglichen Staatsstreichs einen Mord rechtfertigt.

"Spiele der Macht" ist ein Muss für Fans politischer Thriller. Wer ein Faible für Tennis und für Mexiko hat, wird ebenfalls bestens bedient.

Eine Rezension von Eva Karnofsky

Literaturangaben:
Jorge Zepeda Patterson: Spiele der Macht
Aus dem mexikanischen Spanisch von Carsten Regling
Elster Verlag, 2021
512 Seiten, 24 Euro

Stand: 17.09.2021, 11:37