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"Leonard Cohen" von Klaus Modick

Hörbuchcover: "Leonard Cohen" von Klaus Modick

Hörbuch der Woche

"Leonard Cohen" von Klaus Modick

Ein junger Mann und sein Leitstern Leonard Cohen. Klaus Modick erzählt eine kristallklare Wehmutsgeschichte von melancholischen Songs und der Suche nach der großen Liebe.

Als nachts aus einem Röhrenradio mit grün leuchtendem magischem Auge Leonard Cohens "Suzanne" tönt, ist der 18-jährige Lukas hin und weg. Es ist das Jahr 1968, Lukas’ höchst eigenes Aufbruchsjahr: hin zur Musik, hin zu den Frauen. Wobei die erste Liebe lange auf sich warten lässt und die zweite nach einem schnellen Bettabenteuer auch schon vorbei ist. Was ihm aber bleibt, ist der Song, der so trostlos-verloren klingt und in seiner Verlorenheit ungemein tröstlich. Als Lukas sein Germanistikstudium beendet hat und an den Lehrerjob lieber erst gar nicht denken möchte, reist er, wie Jahre zuvor sein großes Vorbild auch, nach Griechenland, die Reiseschreibmaschine im Gepäck. So werden wie Leonard Cohen, der singende Poet und Romancier, ist Lukas’ Ziel.

Dass dies keine Geschichte aus dem heißen Herzen frischer Erfahrung ist, weiß man von Anfang an. Klaus Modick liest mit reifer Stimme und ruhiger Konstanz. Es ist ein durch und durch erwachsener Rückblick, der alle Schwärmereien und Schmerzen der frühen Jahre gelassen aus dem Sammelbecken der Erinnerung fischt und ohne jeden Schmu literarisch inszeniert.

Eine Rezension von Ferdinand Quante

Literaturangaben:
Klaus Modick: Leonard Cohen
Kiwi Musikbibliothek Band 5
Gelesen vom Autor
Argon Verlag, 145 Minuten Laufzeit, 10 Euro

Stand: 21.02.2020, 15:14