"Fahrtwind" von Klaus Modick

Hörbuchcover: "Fahrtwind" von Klaus Modick

Hörbuch der Woche

"Fahrtwind" von Klaus Modick

Klaus Modick hat Eichendorffs "Aus dem Leben eines Taugenichts" in die 1970er Jahre verlegt. Frank Stieren gestaltet das literarisches Spiel um einen Klempnersohn, mit bekifften Künstlern, coolen Bikern und einer schönen Unbekannten.

Das Hörbuch beginnt mit einer Episode, in der sich Modick an sein Literatur-Studium in den 70er Jahren erinnert. Dort fand er in Eichendorffs Geige spielendem Müllerburschen einen Helden, der sich allen Konventionen verweigert und seinen eigenen Lebensweg beschreitet.

In "Fahrtwind" hat er sich eng an Eichendorffs Novelle gehalten. Ein Müller-Sohn wird zum Klempner-Sohn, aus einem Schloss ein Hotel, aus zwei unheimlichen Reitern zwei Biker, aus einer Postkutsche ein Fiat 500. Der Ich-Erzähler verliebt sich in die Unbekannte, trifft sonderbare Gestalten, reist durch traumhafte Landschaften.

Dabei singt er Songs von Leonard Cohen und Bob Dylan, dichtet eigene Lieder. Sprecher Frank Stieren trifft den lockeren Erzählton dieses literarischen Spiels, gestaltet anschaulich die Stationen der Reise, spricht bekiffte Künstlertypen, coole Biker, Villa Massimo-Stipendiaten und geheimnisvolle Frauen.

Das macht Spaß zu hören, vor allem mit Eichendorffs Vorlage in der Hand. Mit dem Hörbuch kann man sich "Fahrtwind" um die Nase beziehungsweise die Ohren wehen lassen. Und das ganz klimaneutral und entspannt auf dem heimischen Sofa.

Eine Rezension von Christian Kosfeld

Literaturangaben:
Klaus Modick: Fahrtwind
Gelesen von Frank Stieren
Audiobuch, MP3 CD, Preis: 16 Euro

Stand: 11.06.2021, 16:28