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"Dann gibt es nur eins!" von Wolfgang Borchert

Hörbuchcover: "Dann gibt es nur eins!" von Wolfgang Borchert

Hörbuch der Woche

"Dann gibt es nur eins!" von Wolfgang Borchert

Mit dem Heimkehrer-Drama "Draußen vor der Tür", aber auch mit Gedichten und Erzählungen wurde Wolfgang Borchert zum wichtigen Vertreter der sog. "Trümmerliteratur", denn seine Texte spiegeln die Situation der Nachkriegszeit.

Geboren wird Wolfgang Borchert in Hamburg, im Jahr 1921, den großen Erfolg seines Dramas hat er nicht mehr erlebt. Schon als Schüler schreibt er erste Gedichte. Den Krieg übersteht er schwer krank. Er wurde im Fronteinsatz verwundet, wiederholt verhaftet und von den Nazis drangsaliert. Viele Texte spiegeln seine Erfahrungen; das Gedicht "Moabit" beschreibt das vergitterte Fenster der Zelle, und in der Erzählung "Die Hundeblume" wird ein gelber Löwenzahn zum Trost im grauen Gefängnisalltag, bald sogar zum Objekt der Begierde. Aber es gibt auch die absurd-komische Erzählung "Schischyphusch", in der sich zwei lispelnde Männer begegnen, ein Kellner und ein Gast: Der eine fühlt sich und sich vom jeweils anderen veräppelt.

Im Hörbuch "Dann gibt es nur eins!" liest Katharina Thalbach mit allen Nuancen ihrer rauchigen, manchmal knarzenden Stimme, meisterhaft trifft sie die Stimmung der melancholischen Gedichte und den Ton der von kurzen Sätzen geprägten Erzählungen, und mit Leidenschaft interpretiert sie das Antikriegs-Manifest "Dann gibt es nur eins!", das dem Hörbuch den Titel gegeben hat.

Eine Rezension von Cornelia Müller

Literaturangaben:
Wolfgang Borchert: Dann gibt es nur eins! Erzählungen, Gedichte und ein Manifest
Gelesen von Katharina Thalbach
GoyaLit, 2 CDs, 122 Minuten Laufzeit, 16 Euro

Stand: 13.09.2019, 12:39