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"Ein Wochenende" von Charlotte Wood

Foto Westermann Wallentin im Studio

Gemeinsamer Westermann-Wallentin-Tipp

"Ein Wochenende" von Charlotte Wood

Ein Buch über Freundschaft. Darüber, dass sie nie nur schön und harmonisch ist, sondern Krach und Streit aushalten muss, harte Arbeit ist. Vor allem, wenn man sich schon 40 Jahre kennt.

Vier Freundinnen, die so ganz anders sind, als man es erwarten würde. Keine fröhlichen Treffen, bei denen man sich über Männer, Sex, Klamotten, Karriere, Kinder und den Sinn des Lebens austauscht. Das haben sie alles schon hinter sich, die Frauen, die sich für ein Wochenende in einem Strandhaus am Meer verabredet haben.

Jetzt, wo sie alle um die siebzig sind, wissen sie auch, dass ihr Leben nicht wirklich so geworden ist, wie sie es sich vorgestellt hatten. Sie zweifeln an ihrer Freundschaft, erleben nochmal hautnah die Macken der anderen, fragen sich, warum sie es so lange miteinander ausgehalten haben.

Es ist ein Sommerbuch, ja, trotz der Konfrontationen, trotz einer vagen Wehmut, die man immer wieder spürt. Es wird geweint, gebrüllt, aber auch sehr oft gelacht. Der Leser lacht still in sich hinein, weil die Szenen manchmal so wunderbar absurd und doch so nah dran am richtigen Leben sind.

Eine Rezension von Christine Westermann und Andreas Wallentin

Literaturangaben:
Charlotte Wood: Ein Wochenende
Aus dem australischen Englisch von Brigitte Walitzek
Kein und Aber, 288 Seiten, 22 Euro

Stand: 25.06.2020, 21:26