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"Wilde Freude" von Sorj Chalandon

Buchcover: "Wilde Freude" von Sorj Chalandon

Buch der Woche

"Wilde Freude" von Sorj Chalandon

Bei Jeanne wird Brustkrebs festgestellt. Dann überfällt sie mit ihren Freundinnen einen Juwelier. Sorj Chalandon erzählt von einer mutigen Frau, die das Leben am Schopf packt.

Jeanne, 39, war immer zu allen freundlich. Hat ihrem Ehemann brav zugehört, wenn er von seinen Problemen bei der Arbeit erzählte. Hat ihre Kundinnen in der Buchhandlung nach deren Wünschen beraten. "Jeanne Sorry" nannten ihre Freundinnen sie, weil sie sich dauernd entschuldigte. Als bei ihr Brustkrebs diagnostiziert wird, zieht Jeanne in den Krieg – gegen die Krankheit, aber auch für ein Leben ohne Sorry.

Ihren Ehemann Matt, der sie nicht einmal zu den Therapiesitzungen begleitet, verlässt sie. Jeanne findet Unterschlupf bei neuen Freundinnen, die sie im Krankenhaus kennengelernt hat: Brigitte, Assia und Mélody. Mélody braucht Geld, und die vier Frauen rauben gemeinsam einen Juwelierladen aus.

Sorj Chalandon hat nicht nur einen einfühlsamen Roman darüber geschrieben, wie eine Frau eine Brustkrebserkrankung erlebt. "Wilde Freude" ist auch ein anarchisches Stück Literatur darüber, wie man sich das Leben zurückerobert.

Eine Rezension von Dina Netz

Literaturangaben:
Sorj Chalandon: Wilde Freude
Aus dem Französischen von Brigitte Große
dtv, 288 Seiten, 22 Euro

Stand: 11.09.2020, 02:54