"Spitzenreiterinnen" von Jovana Reisinger

Buchcover: "Spitzenreiterinnen" von Jovana Reisinger

"Spitzenreiterinnen" von Jovana Reisinger

Um Frauen, die wie Frauenzeitschriften heißen, geht es in Jovana Reisingers Roman.

Ein hellblauer, leicht ins lavendelfarben spielender Umschlag, darauf der Titel in golden schimmernder Schrift. Rein optisch würde sich Jovana Reisingers zweiter Roman "Spitzenreiterinnen" gut in einer Frauenzeitschrift machen. Das passt ins Konzept, denn um die Bedeutung ansehnlicher Außenseiten geht es in dem Roman, deren Figuren alle nach Frauenzeitschriften benannt sind.

Da ist Laura, die alles dafür tut, die perfekte Braut zu sein. Ihre beste Freundin Verena, die eine Villa am Starnberger See geerbt hat und damit ihre Heiratschancen verbessert. Barbara, deren Mann verstorben ist, die aber immer noch seine Stimme hört. Um Petra, die für Brigitte ihren Job kündigt und umzieht. Sie alle haben mit den Erwartungen zu kämpfen, die die Gesellschaft an Frauen hat. Einige wollen sie unbedingt erfüllen, andere machen sich davon frei.

In kurzen Kapiteln erzählt Johanna Reisinger, die auch als Filmemacherin und Künstlerin aktiv ist, davon, wie Frauen beurteilt werden, wie sie sich davon abhängig machen und befreien. Mit bösem Humor, einem Ohr für Dialog und einem Sinn fürs Groteske.

Eine Rezension von Christian Möller

Literaturangaben:
Jovana Reisinger: Spitzenreiterinnen Verbrecher Verlag, 270 Seiten, 22 Euro

Stand: 11.07.2021, 12:24