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"Identität im Zwielicht" von Jörg Scheller

Buchcover: "Identität im Zwielicht" von Jörg Scheller

Buch der Woche

"Identität im Zwielicht" von Jörg Scheller

Alle reden über Identitätspolitik. Kaum ein Thema polarisiert in sozialen und traditionellen Medien so heftig. Identität ist im wahrsten Sinne des Wortes im Zwielicht. Aber ist Zwielicht etwas Schlimmes? Jörg Scheller plädiert für Ambivalenz.

Immer wieder fragen uns Artikel mit clickbeuterischen Überschriften: Ist Identitätspolitik gut oder schlecht? Will uns Identitätspolitik ein Weltbild aufzwingen? Ist Identitätspolitik überhaupt Politik?

Jörg Scheller nimmt die Aufgeheiztheit aus dem Thema. Er schreibt mit befreiender Ironie und großer Klugheit über Ursprünge und Notwendigkeit, aber auch über analytische Sackgassen von Identitätspolitik. Vor allem aber zeigt er, dass Identifikation ohne Imagination nicht möglich ist.

Menschen sind immer mehr als nur Mitglieder einer Gruppe, sie sind widersprüchlich und inkonsistent, progressiv und konservativ und alles gleichzeitig. Und Menschen sind stets mehr als sie sind, sie sind auch alle ihre Potentiale. Ein notwendiges Buch für unsere Zeit.

Eine Rezension von Mithu Sanyal

Literaturangaben:
Jörg Scheller: Identität im Zwielicht
Claudius Verlag, 208 Seiten, 18 Euro

Stand: 06.08.2021, 07:31