"Dreck" von Bill Bufford

Buchcover: "Dreck" von Bill Bufford

Buch der Woche

"Dreck" von Bill Bufford

An "Dreck" hängt noch ein ungewöhnlich langer Untertitel. Der schon mal grob zusammenfasst, worum es gehen wird. "Wie ich meine Familie einpackte, Koch in Lyon wurde und die Geheimnisse der französischen Küche aufdeckte."

Ein Geheimnis ist sicher, dass Töpfe und Pfannen in französischen Küchen tief fliegen. Als Einsteiger ist man der, an dem sich alle abarbeiten. Bill Buford ist Amerikaner, bekannter Journalist, Literaturkritiker.

Mit seiner Frau und den dreijährigen Zwillingen zieht er kurzentschlossen von New York nach Frankreich, um dort kochen zu lernen. Nicht irgendwo, sondern in Lyon, wo der Geist des berühmten Paul Bocuse durch jede Küche wabert. Wie er die fünf Jahre mit Frau und Kindern erlebt , davon erzählt er sehr unterhaltsam, sehr vergnüglich. Obendrein verblüffend, spannend und immer wieder zum Kopfschütteln. Warum es singende Butter braucht, damit ein Omelett gelingt.

Der Autor ist manchmal ein bisschen selbstverliebt, über die umfangreichen historischen Ausflüge und Weingutbeschreibungen habe ich hin und wieder großflächig hinweggelesen. Ansonsten aber eine äußerst amüsante Lektüre.

Und wenn man an deren Ende nicht Lust auf ein Omelett mit singender Butter hat, ist irgendwie was schiefgelaufen. Ich halte das jedenfalls für gänzlich ausgeschlossen.

Eine Rezension von Christine Westermann

Literaturangaben:
Bill Buford: Dreck
Aus dem Englischen von Sabine Hübner
Carl Hanser Verlag , 508 Seiten, 26 Euro

Stand: 29.01.2021, 12:47