"August" von Peter Richter

Buchcover: "August" von Peter Richter

Buch der Woche

"August" von Peter Richter

Was draufsteht ist auch drin: Hochsommer. Sommerferien an der amerikanischen Ostküste, in den Hamptons, dort wo die Reichen ihre Sommerhäuser haben. Die richtig Reichen. Zwei Ehepaare treffen sich, sind nicht ganz so reich, hoffen auf Erholung und Entspannung. Wird nicht funktionieren, ist schon auf Seite zwei klar.

Es ist ein ziemlich abgefahrenes Setting, das der Autor Peter Richter sich da ausgedacht hat. Das er vermutlich so oder ähnlich selbst erlebt und erfahren hat. Richter war lange Jahre Kulturkorrespondent der Süddeutschen Zeitung in den USA. Er weiß, welchem Zeitgeist die Intellektuellen gerade huldigen, in welche Strömung die esoterisch-Bewegten gerade eintauchen. Das zu lesen ist ebenso irre wie real, lustig wie schräg.

Richter ist ein guter, distanzierter Beobachter, findet feine Formulieren, schreibt witzig, amüsant, malt in Pastellfarben das Bild einer ziemlich abgedrehten Gesellschaft, die alles mitmacht, um dazuzugehören.

Nur als Leser blieb ich manchmal zurück. An jenen Stellen, an denen der Autor den Intellektuellen allzu üppig raushängen lässt, Soziologie, Philosophie,Naturwissenschaften mit den dazugehörigen Fachbegriffen bemüht. Da hatte ich keine Lust mehr ihm zu folgen und habe das gemacht, was sich noch immer bewährt hat: großzügig darüber hinweglesen.

Eine Rezension von Christine Westermann

Literaturangaben:
Peter Richter: August
Hanser Verlag 252 Seiten, 22 Euro

Stand: 23.04.2021, 13:28