Yannic Han Biao Federer über "Und alles wie aus Pappmaché"

Yannic Han Biao Federer über "Und alles wie aus Pappmasché"

Autor im Gespräch

Yannic Han Biao Federer über "Und alles wie aus Pappmaché"

Suche nach dem richtigen Leben.
In rasantem Tempo entwickelt sich der Reigen aus vier, fünf Jugendlichen zu einer Chronologie aus Erinnerung inmitten gesellschaftlicher Ereignisse.

Jian ist 16, als sich der Anschlag auf das Worldtradecenter ereignet, und er ist in Sarah verliebt, doch dann schläft er mit Anna, die gerade Frank verlassen hat … usw.

15 Jahre später führen alle sehr unterschiedliche Leben. Und Jian – er nennt sich jetzt Jan – erzählt von seiner Jugendzeit in der südbadischen Provinz, von späteren Erlebnissen und Erfahrungen, aber vor allem von einem verlorengegangenen Lebensgefühl, das die Gegenwart ebenso prägt wie die Erinnerung. Als einer von ihnen stirbt, treffen sie sich wieder, die Aufbruchsstimmung ist verflogen, aber die Fragen sind noch nicht beantwortet.

In seinem Debütroman erzählt Yannic Han Biao Federer situativ aus Lebensabschnitten seiner jugendlichen Protagonisten. In einer Suchbewegung nach Orientierung, auch der sexuellen, werden die genauen und zum Teil krassen Erinnerungen zu einer möglichen Lebensalternative. Sprachlich und dramaturgisch sehr souverän lässt Federer in neun dichten Episoden den Wunsch nach Zugehörigkeit entstehen.

Jedes Mal öffnet das Erzählen einen neuen Raum, in dem ähnliche Strukturen und Fragen auftauchen, aber es hält die imaginäre gemeinsame Geschichte zusammen. – Lektüre mit ganz eigener Spannung.

Eine Rezension von Bettina Hesse

Yannic Han Biao Federer über "Und alles wie aus Pappmaché"

WDR 5 Bücher - Autoren im Gespräch 20.04.2019 10:36 Min. WDR 5

Download

Literaturangaben:
Yannic Han Biao Federer: Und alles wie aus Pappmaché
Suhrkamp, 206 Seiten, 14,95 Euro

Stand: 18.04.2019, 13:08