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Wolfgang Mock über "Der Mitläufer"

Wolfgang Mock über "Der Mitläufer"

Autor im Gespräch

Wolfgang Mock über "Der Mitläufer"

Sie waren jung, lebten zusammen in einer WG und glaubten an die Revolution – Frank erinnert sich noch genau. Doch nun liegt Alexander im Sterben, eine Abmachung aus alten WG-Zeiten taucht auf und mit ihr die Geister der Vergangenheit.

Als im Herbst 1978 ein Mann der zweiten RAF-Generation in einem Düsseldorfer Restaurant erschossen wird, ist das für Frank eine Erlösung. Endlich kann er zurück in sein normales Leben: die stilvolle WG, poltische Arbeit an der Uni und nachts in die Kneipen der Ratingerstraße. Doch jetzt, 40 Jahre später, müssen sich die WG-Freunde durch Alexanders Tod neu mit der Vergangenheit beschäftigen.

Für Frank wird es zur Abrechnung mit seinem Leben: Er wollte politisch konkret etwas verändern damals und ließ sich als RAF-Sympathisant auf ein gefährliches Abenteuer ein, und nun ihm wird klar, wie sehr er nur Mitläufer war. Zwei Welten prallen aufeinander: Das jetzige Leben ist ohne die Vergangenheit nicht zu haben, und dann ist da noch der fast vergessene Pakt mit Alexander.

Wolfgang Mock erzählt mitreißend von jener Zeit politischer Ideale und Widersprüche und zeigt, wie seine Generation mit großen Ansprüchen aufbrach, sich das persönliche Leben dann aber doch anders entwickelte. Eine atmosphärisch dichte und spannende Lektüre über die Stellschrauben im eigenen Leben und welche Rolle die Erinnerung dabei spielt.

Eine Rezension von Bettina Hesse

Wolfgang Mock über "Der Mitläufer"

WDR 5 Bücher - Autoren im Gespräch 18.01.2020 10:07 Min. Verfügbar bis 16.01.2021 WDR 5

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Literaturangaben:
Wolfgang Mock: Der Mitläufer
Dittrich Verlag, 180 Seiten, 12,90 Euro

Stand: 17.01.2020, 14:19