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Ulrike Anna Bleier über "Bushaltestelle"

Ulrike Anna Bleier über "Bushaltestelle"

Autorin im Gespräch

Ulrike Anna Bleier über "Bushaltestelle"

Eine Mutter kann ihre Tochter nicht lieben. Die Tochter verschwindet ins Tschechische Mähren und beginnt, das ganze Leben der Mutter zu erzählen. Dabei stößt sie auf Familiengeheimnisse, einige reichen zurück bis in die deutsche Geschichte.

In ihrem zweiten Roman "Bushaltestelle" wählt Ulrike Anna Bleier die Du-Form: einen von der Tochter schmerzlich imaginierten Dialog mit der Mutter inmitten verschiedener Erzählpositionen. Das schwierige Verhältnis der beiden Frauen kommt zur Sprache. Zugleich zeigt die vielschichtige Komposition, wie sehr die Familiengeschichte mit traumatischen Erfahrungen verbunden ist, mit den persönlichen Verletzungen und denen aus der Zeit des Naziprotektorats der Deutschen in Mähren.

In Form kurzer brillanter Prosastücke nähert sich der Roman immer weiter dem Kern der Geschichte an, erzählt von Geschwisterbeziehungen, von dem Wunsch nach Anerkennung und dem Verschwinden. Eine genaue Betrachtung der Oberfläche, um zum Wesentlichen vorzudringen, das darunter verborgen liegt. Sicher und mit dem ihr eigenen Humor trägt Bleier ihre verletzlichen Figuren über die menschlichen Abgründe hinweg. Eine suggestive und spannende Lektüre.

Rezension von Bettina Hesse

Ulrike Anna Bleier über "Bushaltestelle"

WDR 5 Bücher - Autoren im Gespräch 08.12.2018 11:02 Min. Verfügbar bis 07.12.2019 WDR 5

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Literaturangaben:
Ulrike Anna Bleier: Bushaltestelle
lichtung verlag, 224 Seiten, 17,90 Euro

Stand: 07.12.2018, 13:15