Thomas Raab über "Walter muss weg"

Thomas Raab über "Walter muss weg"

Autor im Gespräch

Thomas Raab über "Walter muss weg"

Hannelore Huber ist froh. Denn ihr Mann ist gestorben. Schon lange hat sich die 70-jährige gewünscht, dass ihr Walter endlich aus ihrem Leben verschwinden soll. Doch als der Sarg bei der Beerdigung durch ein Missgeschick hinfällt und die Witwe samt entsetzter Trauergemeinde darin einen anderen Toten findet, schauert es Hannelore Huber.

Um die Frage, was nun mit Walters Leiche geschehen ist und wie er tatsächlich zu Tode gekommen ist, dreht sich Thomas Raabs neuer Roman "Walter muss weg". Der Roman ist der Auftakt zu einer Reihe, in der die rüstige und resolute Hannelore Huber als Ermittlerin auftritt.

Die neue Huber- Reihe ist dem Krimigenre zugeordnet. Jedoch kommt es dem 1970 geborenen Autor Thomas Raab weniger auf eine rasante Krimi-Handlung an, sondern eher auf sprachliche Eigenheiten und die Erzählhaltung.

Seine Protagonistin Huber ist eigenwillig, meistens schlecht gelaunt. Der allwissende Erzähler kann die Hauptfigur nicht besonders gut leiden, nennt sie abfällig "Die Huber” und schludert beim Erzählen nach Lust und Laune herum, indem er zum Beispiel kurze Schilderungen bevorzugt und auf langatmige Szenenbeschreibungen verzichtet. Das macht die literarische Qualität von Thomas Raabs "Walter muss weg" aus. Hinzu kommt ein beißender und treffsicherer Humor, den man bereits von Raabs Bestseller-Kriminalromanen um den Ermittler Willibald Adrian Metzger kennt.

Eine Rezension von Claudia Cosmo

Thomas Raab über "Walter muss weg"

WDR 5 Bücher - Autoren im Gespräch 05.01.2019 11:26 Min. Verfügbar bis 04.01.2020 WDR 5

Download

Literaturangaben:
Thomas Raab: Walter muss weg
Kiepenheuer & Witsch, 384 Seiten, 20 Euro

Stand: 04.01.2019, 13:20