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Sophie Reyer über "Die Freiheit der Fische"

Sophie Reyer über "Die Freiheit der Fische"

Autorin im Gespräch

Sophie Reyer über "Die Freiheit der Fische"

Für Jakob ist die Welt zu laut. Er kann keine Grenze ziehen. Fast alles birgt ein Zuviel an Information. Sophie Reyer unternimmt in diesem Roman den bemerkenswerten Versuch, das Innenleben eines Autisten literarisch darzustellen.

"Jakob ist ein Es", denkt die Lehrerin. Ihm fehlt die Fähigkeit zu unterscheiden. Das Flugzeug am Himmel verschreckt ihn so sehr, dass er schreit und zusammen bricht. Die Strukturen eines Stück Holzes sind wie eine Botschaft für ihn. Die Fische im Herzensgrund sprechen mit ihm. Schnell ist alles zu viel an Eindrücken. Oft richtet er seine Aufmerksamkeit nach innen, in sein außergewöhnliches Innenleben.

Niemand ahnt, was mit Jakob los ist. Die große Schwester beschimpft ihn als Krüppel. Der Vater schlägt ihn viel zu oft. Nur Schwester Resi ist in der Lage, Jakob Halt zu geben. Sie hat gelernt, ihn zu lesen. Aber auch sie kann eine tragische Wendung in Jakobs Leben nicht verhindern.

Basierend auf eine wahre Begebenheit erzählt die die Wiener Autorin Sophie Reyer die Geschichte eines autistischen Jungen in einem Tiroler Bergbauerndorf. Sie findet passende Bilder und Sätze, um Jakobs einzigartige Weltwahrnehmung literarisch darzustellen. Ein Text, der von einem berührenden Schicksal erzählt und den Leser dazu auffordert, die Abweichung vom Normalen als Einzigartigkeit wahrzunehmen.

Eine Rezension von Mareike Ilsemann

Sophie Reyer über "Die Freiheit der Fische"

WDR 5 Bücher - Autoren im Gespräch 15.06.2019 10:32 Min. WDR 5

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Literaturangaben:
Sophie Reyer: Die Freiheit der Fische
Czernin Verlag, 160 Seiten, 20 Euro

Stand: 14.06.2019, 12:21