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Olivia Kuderewski über "Lux"

Olivia Kuderewski über "Lux"

Autorin im Gespräch

Olivia Kuderewski über "Lux"

In ihrem Debüt "Lux" erzählt einen eskalierenden Roadtrip einer depressiven und einer manischen Figur durch die USA.

Lux hat keinen sicheren Halt im Leben. Als wir sie kennenlernen, auf einer USA-Reise, beobachtet sie die Dinge gern aus sicherer Distanz – aktiv teilnehmen will sie lieber nicht. Aus nachvollziehbaren Gründen: Sie hat den Tod ihres Freundes Leon und einem längeren Klinikaufenthalt hinter sich.

Nun steht die depressive 22-Jährige vor den Weiten Nordamerikas. Eine Suche nach oder eine Flucht vor sich selbst? Schwer zu sagen. Im Greyhound-Bus zwischen New York und Detroit sitzt plötzlich die selbstbewusste Vagabundin Kat neben ihr. Die beiden freunden sich an.

Erst ziehen sie in Detroit klauend und feiernd um die Häuser, dann reisen sie mit einem Mietauto weiter nach Chicago, nach Denver, nach Las Vegas. Unterwegs stellen sie einander – zur Abhärtung gegen Lux’ zahlreiche Ängste, sagt Kat – vor immer riskantere Aufgaben: all ihr Geld ausgeben, einen Unfall bauen, jemanden verletzen. Es entwickelt sich ein toxischer Roadtrip zweier psychischer Extreme. Immer deutlicher tritt für Lux die Frage hervor, ob das noch Heilung ist – oder die pure Selbstverletzung.

Olivia Kuderewski erschafft in ihrem Debütroman sinnliche, eindringliche Bilder: Bilder für depressionstypische Schwanken zwischen Überempfindsamkeit und Nichtempfinden, Bilder vom weiten Land und seinen Bewohnerinnen mit müdem Servicelächeln. Beim Lesen fühlt man sich der jungen Frau ganz nah, die sich nicht sicher ist, ob ihr all das zu grell oder zu farblos ist.

Eine Rezension von Fabian May

Olivia Kuderewski über "Lux"

WDR 5 Bücher - Autoren im Gespräch 10.04.2021 10:43 Min. Verfügbar bis 09.04.2022 WDR 5


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Literaturangaben:
Olivia Kuderewski: Lux
Voland Quist 2021, 224 Seiten, 22 Euro

Stand: 09.04.2021, 13:16