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Monika Helfer über "Vati"

Monika Helfer über "Vati"

Autorin im Gespräch

Monika Helfer über "Vati"

Welche Rolle spielt der Vater im Leben? Monika Helfer begibt sich mit ihrem Roman "Vati" auf die Suche nach der eigenen Herkunft. Die Reise in die Kindheit ist auch ein Porträt der versehrten Nachkriegsgeneration.

Der "Vati", wie ihn seine Kinder nennen sollen, weil er das für modern hält, verwaltet das Kriegsopfer-Erholungsheim. Er selbst hat im Zweiten Weltkrieg in Russland ein Bein verloren. Darüber redet er nicht und verschanzt sich vor allem in seiner Welt der Bücher. Nach dem Tod seiner ersten Frau zieht er sich zurück und lässt seine Kinder bei ihrer Tante.

Monika Helfer fügt eigene Erinnerungen und die ihrer Geschwister und Stiefmutter zu einem Bild zusammen. Aus vielen, nicht chronologisch erzählten Fragmenten ergibt sich ein ambivalentes Bild des Vaters. Eines Mannes, der viele Gesichter hatte und dessen Gefühle rätselhaft bleiben.

Der Roman "Vati" knüpft an an den Roman "Die Bagage" an, der im vergangenen Jahr erschienen ist, und den Monika Helfer der Herkunft ihrer Mutter gewidmet hat. Mit ihrem neuen Roman gelingt der österreichischen Schriftstellerin eine liebevolle und kritische Hommage an ihren "Vati" und an die Welt der Bücher.

Das Buch berührt tief und weckt Verständnis für eine Generation, die oftmals unverstanden geblieben ist. Damit füllt "Vati" auf empathische und sehr kluge Weise eine Leerstelle.

Eine Rezension von Barbara Geschwinde

Monika Helfer über "Vati"

WDR 5 Bücher - Autoren im Gespräch 20.03.2021 12:15 Min. Verfügbar bis 19.03.2022 WDR 5


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Literaturangaben:
Monika Helfer: Vati
Hanser Verlag, 176 Seiten, 20 Euro

Stand: 19.03.2021, 15:58