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Maike Wetzel über "Elly"

Maike Wetzel über "Elly"

Autorin im Gespräch

Maike Wetzel über "Elly"

Das Verschwinden der Tochter lässt eine Familie verstört zurück. Jeder geht auf seine Weise mit dem Verlust um. Doch was passiert, wenn das Mädchen als Fremde wieder auftaucht?

Elly ist weg. Sie war elf, als sie spurlos verschwand, nun muss ihre Familie damit leben. Davon erzählt die ältere Schwester Ines, später die verzweifelte Mutter, auch der Vater. Jeder geht auf seine Art mit dem Verlust um, doch die Familie ist aus dem Gleichgewicht. Ines registriert es mit Schrecken und sucht nach Ersatz, bis sie nur noch den Wunsch hat wegzugehen. Doch da taucht Elly wieder auf. Die Mutter klammert sich an die verstörte Fremde, während Ines an deren Identität zweifelt. Was ist, wenn der wirkliche Schrecken erst jetzt anfängt?

Die düster schillernde Geschichte besticht durch genaue Beobachtung. Aus verschiedenen Perspektiven wird der bewegende Fall wie eine Versuchsanordnung um ein Trauma erzählt – eine faszinierende Komposition um die Frage, wessen Geschichte erzählt wird und wem Geschichten überhaupt gehören, doch in der komplexen Konstruktion steckt auch die Gefahr, kalkuliert zu wirken.

Rezension von Bettina Hesse

Maike Wetzel über "Elly"

WDR 5 Bücher - Autoren im Gespräch | 20.10.2018 | 10:24 Min.

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Literaturangaben:
Maike Wetzel: Elly
Schöffling & Co., 152 Seiten, 20 Euro

Stand: 19.10.2018, 13:39