Kerstin Kempker über "Bruderherz"

Kerstin Kempker über "Bruderherz"

Im Gespräch

Kerstin Kempker über "Bruderherz"

Eine Frau, nachts in einer New Yorker Gastwohnung, bekommt Herzflimmern, und das löst intensive Erinnerungen aus: an die Kinderzeit im Bergischen und besonders an den Bruder, zu dem der Kontakt nach einem Familienfest abbrach. Eine lyrische Suchbewegung nach Vorzeichen und Hintergründen im Früher.

Der Bruder und das Herz stehen im Mittelpunkt dieser New Yorker Nächte, in denen im Dunkeln die Kindheitserinnerungen auftauchen, während draußen die Fenster bis hoch hinauf leuchten.

Ausgelöst vom Vorhofflimmern fängt die Erzählerin an, die guten Stellen im Früher zu suchen, während sie sich den Bruder im Zimmer vorstellt – stumm und geliebt.

Sie umkreist Episoden aus der Kindheit, die Druckpunkte in der Familiengeschichte, das Unzähmbare, die vom Bruder gepflückten Blumen und die knappen Wörter. Dabei verschränkt sie das du und ich – und die schmalen Fotos im Text zeigen Ausschnitte und Details, die noch mehr offenlegen, als das Plapperherz an Alarm schlagen kann.

Berührend, komisch und hochpoetisch.

Eine Rezension von Bettina Hesse

Kerstin Kempker über "Bruderherz"

WDR 5 Bücher - Autoren im Gespräch | 21.10.2017 | 10:45 Min.

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Literaturangaben:
Kerstin Kempker: Bruderherz. Ein Flimmern
NIMBUS, 120 Seiten, 19.80 Euro

Stand: 19.10.2017, 12:29