Juli Zeh über "Neujahr"

Buchcover: Autorin im Gespräch, Juli Zeh über "Neujahr"

Autorin im Gespräch

Juli Zeh über "Neujahr"

Ein Familienurlaub auf Lanzarote, der zum Albtraum wird: In ihren neuen Roman löst Juli Zeh ein Kindheitstrauma auf.

Henning verbringt die Weihnachtsferien mit seiner Frau und den beiden kleinen Kindern auf Lanzarote. Am Neujahrsmorgen sitzt er auf dem Fahrrad, um fern von Kindergeschrei endlich mal wieder etwas für sich tun. Während er sich an der Steigung abarbeitet, lässt er sein Leben Revue passieren.

Mit seiner Frau lebt er in einer gleichberechtigten Partnerschaft. Sein Job in einem Verlag, hat ihm immer Spaß gemacht. Die Kinder sind gesund. Eigentlich geht es ihm gut. Wenn da nicht die Panikattacken wären, die ihn seit der Geburt seiner kleinen Tochter immer wieder aus dem Nichts ereilen. Als er das Plateau erreicht hat, kommen plötzlich Erinnerungen hoch. Bald ist Henning sich sicher, an diesem Ort ist er schon einmal gewesen.

Ein liebevoller Vater und Ehemann sein sowie leistungsfähig im Job bleiben - eindringlich erzählt Juli Zeh von der alltäglichen Überforderung, die mit einem modernen Männlichkeitsentwurf einhergeht.

"Neujahr" zeigt, welche fatalen Folgen ein traumatisches Erlebnis in der Kindheit für die Psyche des Erwachsenen hat. Dabei hat der perfekt konstruierte Roman eine tröstende Botschaft: Was wir als Eltern und Partner leisten können, ist keine reine Willensfrage.

Eine Rezension von Mareike Ilsemann

Juli Zeh über "Neujahr"

WDR 5 Bücher - Autoren im Gespräch 22.09.2018 11:27 Min. WDR 5

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Literaturangaben:
Juli Zeh: Neujahr
Luchterhand, 192 Seiten, 20 Euro

Stand: 21.09.2018, 13:57