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Hinrich von Haaren über "Blaues Reich. Winterstadt"

Hinrich van Haaren über "Blaues Reich. Winterstadt"

Autor im Gespräch

Hinrich von Haaren über "Blaues Reich. Winterstadt"

Auf einer Chinareise 1989 wird der junge Reisende von Erinnerungen an die Ereignisse um seine Freunde in Berlin eingeholt. Bald muss er sich eingestehen: Selbst die größte Distanz und eine fremde Kultur befreien nicht von Verantwortung für die anderen und sich selbst.

Seine abenteuerliche Reise ins riesige, blaue Reich bis an die tibetische Grenze konfrontiert den Ich-Erzähler nicht nur mit einem China im Umbruch – es wird immer deutlicher, er ist vor den Berliner Ereignissen auf der Flucht. Sie suchten nach einem anderen Leben, ließen sich treiben, bis Nina, schillernder Mittelpunkt des Freundeskreises, unwiederbringlich in ihren Wahnvorstellungen verlorengeht. Ein ernüchterndes Ende.

In spannenden Szenenwechseln zwischen aktuellem China und lebendigem Berlin eröffnet sich ein mitreißender Erzählhorizont: dicht, tragisch und komisch. So entsteht ein Porträt der Generation aus den späten 80er Jahren, in dem sich die gegenläufigen Ereignisse an beiden Orten zuspitzen: in Berlin vor dem Fall der Mauer und in China vor dem Massaker am Platz des himmlischen Friedens. Blaues Reich. Winterstadt ist nicht nur faszinierend erzählt, der Roman verführt dazu, die Reise gleich noch einmal anzutreten.

Eine Rezension von Bettina Hesse

Hinrich von Haaren über "Blaues Reich. Winterstadt"

WDR 5 Bücher - Autoren im Gespräch 22.02.2020 11:28 Min. Verfügbar bis 20.02.2021 WDR 5

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Literaturangaben:
Hinrich von Haaren: Blaues Reich. Winterstadt
Residenz Verlag, 224 Seiten, 22 Euro

Stand: 21.02.2020, 14:38