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Helene Bukowski über "Milchzähne"

Helene Bukowski über "Milchzähne"

Autorin im Gespräch

Helene Bukowski über "Milchzähne"

Skalde lebt mit ihrer Mutter Edith und zwei Doggen in einer kargen Gegend, die von der Außenwelt abgeschieden ist. Die Menschen sind skeptisch, sie misstrauen allem Fremden und schützen ihre Welt mit Gewalt. Ein Mikrokosmos, der Angst macht und doch nicht ganz ohne Hoffnung ist.

Das Mädchen Skalde ist früh auf sich gestellt, ihre Mutter Edith lebt in ihrer eigenen Welt, verbringt die Tage in sich zurückgezogen. Als Skalde ihre Milchzähne verliert, beschließt sie, sich nicht mehr an die bizarren Regeln der Mutter zu halten. Sie beginnt, sich in der Welt außerhalb ihres Wohnhauses und des Gartens eigenständig zu bewegen und lernt, sich mit den harten Menschen in ihrem Umfeld zu arrangieren, um zu überleben.

Und dann findet Skalde im Wald ein Kind. Sie nimmt es mit nach Hause und macht sich damit noch mehr zur Außenseiterin. Meisis, so heißt das Mädchen, hat feuerrote Haare, sie gehört ganz offensichtlich nicht dazu. Die Menschen wollen die Fremde nicht, sie haben genug damit zu tun, in ihrer von Hitze und Trockenheit bedrohten Abgeschiedenheit zu überleben. Doch Skalde und ihre Mutter haben trotz allem die Stärke, das fremde Kind zu beschützen. Sie stellen sich gegen die Gemeinschaft und bringen sich so selbst in Gefahr. Am Ende stehen Tod und Flucht.

Helene Bukowski erzählt von Ausgrenzung, von Fremdheit, Angst und Gewalt. In kurzen Kapiteln und präzisen Dialogen lässt sie eine Welt enststehen, die sonderbar und unversöhnlich ist. Und doch führt sie ohne Umwege in die aktuelle gesellschaftspolitische Diskussion in Deutschland.

Eine Rezension von Susanne Wankell

Helene Bukowski über "Milchzähne"

WDR 5 Bücher - Autoren im Gespräch 18.05.2019 11:00 Min. WDR 5

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Literaturangaben:
Helene Bukowski: Milchzähne
Blumenbar, 256 Seiten, 20 Euro

Stand: 17.05.2019, 12:20