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Helena Adler über "Die Infantin trägt den Scheitel links"

Helena Adler über "Die Infantin trägt den Scheitel links"

Autorin im Gespräch

Helena Adler über "Die Infantin trägt den Scheitel links"

Ein Mädchen wächst als jüngstes Kind auf einem österreichischen Bauernhof auf. Dort lebt sie mit Kühen, ihren älteren Zwillingsschwestern und den Eltern zusammen – in einer Atmosphäre von Strenge und Aberglauben. Ihr einziges Ziel ist die Selbst-Befreiung.

Der Roman beginnt mit einem fulminanten Auftakt: Helena Adler animiert wortgewaltig ein Gemälde von Pieter Bruegel. Die Figuren auf dem Bild ersetzt sie durch die Protagonisten des Romans. Das, was im Leben der Erzählerin geschieht, ist ebenso blutrünstig und grausam, wie die Szenen des niederländischen Malers.

Sie selbst nennt sich Infantin. Mit der blühenden Phantasie eines Kindes, gespickt mit surrealistischen Bildern, die überbordende Ängste in Worte fassen, erlebt der Leser, was die Infantin in ihrer Kindheit und Jugend erlebt und wie sie sich schließlich von der Enge des Landlebens emanzipiert.

In ihrer expressiven und atemlosen Sprache zieht die Schriftstellerin Helena Adler den Leser in den Bann. "Die Infantin trägt den Scheitel links" ist eine Familiengeschichte und ein Heimatroman ohne Idylle in einem und zugleich ein Feuerwerk aus Wut und außergewöhnlicher Sprachkraft.

Eine Rezension von Barbara Geschwinde

Literaturangaben:
Helena Adler: Die Infantin trägt den Scheitel links
Jung und Jung Verlag, 176 Seiten, 20 Euro

Stand: 05.06.2020, 11:51