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Géraldine Schwarz über "Die Gedächtnislosen"

Géraldine Schwarz über "Die Gedächtnislosen"

Autorin im Gespräch

Géraldine Schwarz über "Die Gedächtnislosen"

Géraldine Schwarz ist die Tochter eines deutschen Vaters und einer französischen Mutter. In ihrem Buch geht sie der Frage nach, was die jeweiligen Großeltern während der NS-Zeit von der Gewalt gegen Juden wussten.

"Ich muss meinen Weg im Dickicht der Vergangenheit finden." Diesen Satz stellt die deutsch-französische Journalistin Géraldine Schwarz ihrem Buch "Die Gedächtnislosen" voran.

Sie recherchiert ausführlich in den Unterlagen ihres Großvaters Karl Schwarz. Er kaufte 1938 zwei jüdischen Brüdern ihre "Gesellschaft für Mineralölprodukte" günstig ab. Nach dem Krieg lieferte er sich einen erbitterten Streit mit dem früheren Eigentümer über den Wert der Firma.

Der Großvater mütterlicherseits war Gendarme an der Grenze zur von den Deutschen besetzten Zone. Er rühmte sich nach dem Krieg kleiner Heldentaten wie der, dass er an der Grenze immer mal ein Auge zudrückte.

Géraldine Schwarz setzt ihre persönlichen Recherchen in den historischen und politischen Kontext der Zeit und macht auf eindringliche Weise deutlich, dass Europa, wenn es friedlich und demokratisch bleiben will, nicht vergessen darf.

Eine Rezension von Dina Netz

Géraldine Schwarz über "Die Gedächtnislosen"

WDR 5 Bücher - Autoren im Gespräch | 08.09.2018 | 11:16 Min.

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Literaturangaben:
Géraldine Schwarz: Die Gedächtnislosen. Erinnerungen einer Europäerin
Aus dem Französischen von Christian Ruzicska
Secession Verlag, 446 Seiten, 25 Euro

Stand: 07.09.2018, 12:25