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23.03 - 06.00 Uhr ARD Infonacht

Felicitas Hoppe über "Fieber 17"

Felicitas Hoppe über "Fieber 17"

Autorin im Gespräch

Felicitas Hoppe über "Fieber 17"

Ihre Erzählung "Fieber 17", eine traumhafte Geschichte, und den Essay über Prägung und literarischen Umgang mit Kindheitsgeschichten verwebt Felicitas Hoppe zu einer inspirierenden Lektüre.

Kinderlandverschickung heißt die leidvolle Erfahrung der Erzählerin, die als Fünfjährige in ein Heim an die Nordsee verfrachtet wird, um ihr Asthma zu lindern. Ein erster Abschied und die Konfrontation mit der Erwachsenenwelt voll herber Normen. Doch es ist auch die erste Reise, und das märchenhafte Fieber 17, das die Kleine befällt, ist eigentlich Reisefieber, der Wunsch, niemals irgendwo anzukommen.

Das damals Erlittene und die Folgen des Fiebers versucht die Erzählerin nun bei ihrem Hausarzt zu kurieren. Und genau da setzt das Dilemma aller Kindheitsgeschichten ein: Es sind Erwachsene, die davon erzählen, die sich immer nur erinnern und nicht nach vorne in die Zukunft schauen, wie es Kinder tun. Wir erfahren Erstaunliches über Helden ohne Kindheit wie Jeanne d’Arc, Pinocchio und Buster Keaton oder zu Peter Pan, der nicht erwachsen werden will.

Voller Humor, Leichtigkeit, märchenhaftem Schalk und unterhaltsamen Reflexionen zeichnet die preisgekrönte Autorin die Umrisse des Paradieses Kindheit, dies "tröstlich aufgeladene literarische Antidepressivum". Felicitas Hoppe spielt, wie in vielen ihrer Werke, mit den Grenzen zwischen Erlebtem und Erzähltem, und am Ende bleibt die Einsicht: Gegen die Erinnerung ist kein Kraut gewachsen.

Die Erzählung "Fieber 17" eröffnete 2020 das ARD-Radiofestival.

Eine Rezension von Bettina Hesse

Felicitas Hoppe über "Fieber 17"

WDR 5 Bücher - Autoren im Gespräch 13.03.2021 13:05 Min. Verfügbar bis 12.03.2022 WDR 5


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Literaturangaben:
Felicitas Hoppe: Fieber 17
Dörlemann Verlag, 93 Seiten, 15 Euro

Stand: 12.03.2021, 13:29