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Eva Menasse über "Dunkelblum"

Eva Menasse über "Dunkelblum"

Autorin im Gespräch

Eva Menasse über "Dunkelblum"

Dunkelblum ist eine österreichische Kleinstadt an der Grenze zu Ungarn. Als 1989 die ersten Flüchtlinge durch den Eisernen Vorhang dringen, kommen hier wohlgehütete Geheimnisse ans Licht.

Was genau geschah in Dunkelblum während des Zweiten Weltkriegs und in der unmittelbaren Nachkriegszeit? Die alteingesessene und eingeschworene Gemeinde schweigt darüber einvernehmlich seit Jahrzehnten.

Erst mit der beginnenden Auflösung der DDR und der Ankunft einiger Fremder und ehemaliger Bewohner, kommen nach und nach Dunkelblumer Geschichten ans Licht. Da ist von bösen und guten Nazis die Rede, von einem versteckten Juden und vor allem von einem Skelett über das alle Bescheid wissen und dennoch keiner spricht.

In "Dunkelblum" schreibt Eva Menasse sprachmächtig über die späte Aufarbeitung der Nazi-Zeit in Österreich und den Schatten der Vergangenheit, der auf der Gegenwart lastet. Dabei seziert die Autorin kleinere Fehltritte, den allgemeinen Filz und ein großes Verbrechen so urkomisch und so bitterböse, dass dem Leser das Lachen im Halse stecken bleibt.

"Dunkelblum" ist eine Abrechnung mit der Geschichtsklitterung Österreichs und ein literarischer Genuss auf höchstem Niveau.

Eine Rezension von Barbara Geschwinde

Eva Menasse über "Dunkelblum"

WDR 5 Bücher - Autoren im Gespräch 21.08.2021 12:48 Min. Verfügbar bis 20.08.2022 WDR 5


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Literaturangaben:
Eva Menasse: Dunkelblum
Kiepenheuer und Witsch, 2021
528 Seiten, 25 Euro

Stand: 20.08.2021, 14:12