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Christoph Peters über "Dorfroman"

Christoph Peters

Autor im Gespräch

Christoph Peters über "Dorfroman"

Die 70er-, frühen 80er-Jahre am Niederrhein: Die Debatte um den "Schnellen Brüter" spaltet das Dorf Hülkendonck.

In Christoph Peters' "Dorfroman" besucht der Erzähler seine Eltern, die immer noch im selben Haus im niederrheinischen Dorf Hülkendonck leben. Der Erzähler stöbert in Dingen von früher und erinnert sich auf zwei Zeitebenen, als Grundschüler, dann als Jugendlicher: an eine überwiegend glückliche Kindheit mit zwei kleineren Geschwistern. An die strengen Regeln, die das dörfliche Leben prägten. An den Bau des "Schnellen Brüters", der das Dorf vor eine Zerreißprobe stellte.

Die meisten Dorfbewohner befürworten die Pläne für das neuartige Atomkraftwerk, erhoffen sich Arbeitsplätze und Investitionen. Auch die Kirche, deren Land die Betreibergesellschaft kaufen will, steht mit nicht ganz lauteren Mitteln hinter dem Projekt – der Vater des Erzählers als Kirchenvorstand immer mitten drin.

Doch einige Bauern stellen sich auch quer, einer verpachtet sein Land sogar einer Kommune von Atomkraftgegnern. Als der Erzähler, knapp 16, sich in Juliane verliebt, geraten seine Gewissheiten ins Wanken.

Christoph Peters hat einen berührenden Coming-of-Age-Roman geschrieben, dessen zeithistorische Debatten über Umweltschutz und Generationenverantwortung heute schrecklich aktuell klingen.

Eine Rezension von Dina Netz

Christoph Peters über "Dorfroman"

WDR 5 Bücher - Autoren im Gespräch 17.10.2020 15:41 Min. Verfügbar bis 16.10.2021 WDR 5

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Literaturangaben:
Christoph Peters: Dorfroman
Luchterhand Literaturverlag, 416 Seiten, 22 Euro

Stand: 16.10.2020, 12:19