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Bernd Cailloux über "Der amerikanische Sohn"

Bernd Cailloux

Autor im Gespräch

Bernd Cailloux über "Der amerikanische Sohn"

Mit 70 Jahren macht sich der Protagonist, ein Alt-Achtundsechziger, auf die Suche nach seinem mittlerweile etwa 30jährigen Sohn in Amerika – eher zögerlich und ohne großes Engagement.

Der namenlose Ich-Erzähler, der seinen Sohn Eno jahrelang verschwiegen und aus seinem Leben verdrängt hat, nutzt ein Amerika-Stipendium dafür, endlich einmal persönlich Kontakt mit seinem Sproß aufzunehmen. In New York hat er viel Zeit, die er dazu nutzt, sich an seinen ersten USA-Aufenthalt 1972 zu erinnern und die alten Stationen noch einmal abzuschreiten. Er blickt zurück auf sein Leben und auf die kurze Zeit, die er mit Nina, der Mutter Enos verbracht hat. Wortreich und streckenweise atemlos verliert sich der Erzähler in geistreichen Reflexionen und Rückblicken. Und zugleich bekommt der Leser das Gefühl, dass er sich vor dem realen Treffen mit dem Sohn drückt. „Der amerikanische Sohn“ ist eine kurzweilige Auseinandersetzung mit Vaterschaft, Verantwortung und dem Verweilen in einem Zustand der Beziehungslosigkeit. Im dritten Teil seiner autobiografischen Trilogie erweist sich Bernd Cailloux als ein kluger und mitreissender Erzähler.

Eine Rezension von Barbara Geschwinde

Bernd Cailloux über "Der amerikanische Sohn"

WDR 5 Bücher - Autoren im Gespräch 09.01.2021 13:11 Min. Verfügbar bis 08.01.2022 WDR 5


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Literaturangaben:
Bernd Cailloux: Der amerikanische Sohn
Suhrkamp Verlag, 223 Seiten, 22 Euro

Stand: 08.01.2021, 15:19