Antje Rávik Strubel über "Blaue Frau"

Ein Foto von Antje Rávik Strubel

Autorin im Gespräch

Antje Rávik Strubel über "Blaue Frau"

Der Roman "Blaue Frau" erzählt die Geschichte einer jungen Frau auf der Flucht quer durch Europa. Nach einer Vergewaltigung gelangt sie nach Finnland und versucht dort, mit ihrem Trauma zu leben.

Adina war die letzte Jugendliche in einem Dorf im Riesengebirge. In der Hoffnung auf ein besseres Leben in Deutschland ist auch sie fortgegangen. Über Berlin gelangt sie in ein Kulturzentrum in der Uckermark, aus dem sie nach einem sexuellen Übergriff flieht. In Finnland angekommen jobbt sie – prekär - in einem Hotel, wo sie Leonides kennenlernt, einen estnischen EU-Abgeordneten.

In die "Blaue Frau" erzählt Antje Rávik Strubel die Geschichte einer jungen Frau aus Osteuropa - im Spannungsfeld der Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern sowie zwischen Ost- und Westeuropa. Die Sprache der Autorin ist plastisch und die Schilderungen klar und detailliert, so dass sie ein lebendiges und psychologisch tiefes Bild der Protagonistin schafft. Auch die präzisen Beschreibungen der verschiedenen Orte, sind sehr eindringlich.

Auf einer zweiten Ebene, in kurzen Zwischenkapiteln, taucht die sogenannte "Blaue Frau" auf, die vage bleibt und auf dieser Meta-Ebene das Entstehen des Romans und die Figuren darin reflektiert. Antje Rávik Strubels Roman hat zu Recht einen Platz auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2021.

Die "Blaue Frau" ist eine fordernde und zugleich genussvolle Lektüre, die einen enormen Erkenntnisgewinn bereit hält.

Eine Rezension von Barbara Geschwinde

Antje Rávik Strubel über "Blaue Frau"

WDR 5 Bücher - Autoren im Gespräch 02.10.2021 11:11 Min. Verfügbar bis 01.10.2022 WDR 5


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Literaturangaben:
Antje Rávik Strubel: Blaue Frau
S. Fischer, 2021
432 Seiten, 24 Euro

Stand: 01.10.2021, 14:19