Alexander Osang über "Die Leben der Elena Silber"

Alexander Osang über "Die Leben der Elena Silber"

Autor im Gespräch

Alexander Osang über "Die Leben der Elena Silber"

Jelena verliert in den Wirren des 20. Jahrhunderts immer mehr Buchstaben. Am Ende ihres Lebens ist aus ihr Lena geworden. Alexander Osang porträtiert eine Frau, die inmitten von Krieg und Flucht mehr als nur Buchstaben verlor.

1905: Im russischen Städtchen Gorbatow wird der Revolutionär Viktor Krasnow von einem wütenden Mob umgebracht. Seine Familie, darunter die zweijährige Jelena, flieht. Dieser ersten Flucht werden viele weitere folgen.

Jelena heiratet einen Deutschen, Robert Silber, dem sie nach Berlin folgt. Seine Spur verliert sich in den Wirren des Zweiten Weltkriegs, Jelena bleibt mit ihren vier Töchtern allein zurück. Oder war doch alles anders? "Die Menschen erinnern sich nur an das, was in ihre Lebensgeschichte passt", heißt es einmal im Buch. 20 Jahre nach Jelenas Tod versucht ihr Enkel Konstantin, ihre Geschichte zu rekonstruieren.

Ein kluger, weit ausgreifender Roman über die Schrecken des 20. Jahrhunderts, über immer neue Aufbrüche und über das Erinnern.

Literaturangaben:
Alexander Osang: Die Leben der Elena Silber
Verlag S. Fischer, 624 Seiten, 24 Euro

Stand: 18.10.2019, 12:55