Aleš Šteger über "Neverend"

Autor im Gespräch

Aleš Šteger über "Neverend"

Stand: 20.05.2022, 15:25 Uhr

Eine Schriftstellerin schreibt an ihrem zweiten Buch, während ihr Heimatland Slowenien auf einen Bürgerkrieg zusteuert und scheinbar alles in Bewegung und Unruhe gerät. Der Roman "Neverend" des slowenischen Autors Aleš Šteger ist eine Dystopie von erschreckender Aktualität.

Es knirscht an allen Ecken und Enden: die EU führt Handelskriege mit dem Rest der Welt und droht zu zerfallen. In Slowenien kommen die Populisten an die Macht, das Land schlittert in einen Bürgerkrieg.

Vor diesem Hintergrund spielt sich das persönliche Drama der namenlosen Ich-Erzählerin ab. Sie kommt mit ihrem zweiten Roman nicht so richtig voran und versinkt in eine persönliche Krise, die sie in ihrem Tagebuch festhält. Einzig ein Kurs für kreatives Schreiben, den sie in einem Gefängnis gibt, scheint ihrem Leben noch ein wenig Struktur und Halt zu geben.

"Neverend" ist ein dystopischer Roman auf verschiedenen Ebenen. Er behandelt den Untergang der Welt auf einer politischen und privaten Ebene. Dafür findet der Autor Aleš Šteger eigene, surreale Bilder, die das Chaos anschaulich machen. Das Symbol der Banane, die leitmotivisch den Roman durchzieht und für den Handelskrieg steht, ist nur ein Beispiel.

Sehr poetisch und persönlich seziert Steger die Psychologie des Krieges. Ein starker Roman, der seit dem russischen Angriff auf die Ukraine eine erschreckende Aktualität bekommen hat.

Eine Rezension von Barbara Geschwinde

Ales Steger über "Neverend"

WDR 5 Bücher - Autoren im Gespräch 21.05.2022 12:20 Min. Verfügbar bis 20.05.2023 WDR 5


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Literaturangaben:
Aleš Šteger: Neverend.
Aus dem Slowenischen von Matthias Göritz und Alexandra Natalie Zaleznik.
Wallstein Verlag, 2022.
462 Seiten, 26 Euro.